Veranstaltungen zu den Themen Architektur, Baukultur, Städtebau und Landschaft, Kunst und Design. Sie wird von der galerie riedmiller und dem architekturforum kempten in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Architektenkammer und dem TAS – Treffpunkt Architektur Schwaben veranstaltet. Ort ist der ehemalige Milz-Käsereikomplex in Thal, Bad Grönenbach. Die Veranstaltungen und das anschließende Gespräch finden in den Räumen der galerie riedmiller statt. Open End. Mit Wein und Käse.
Thal # 09 / 10.06.11Jürg Conzett / Gedanken zum Entwerfen von Brücken / Landscape and Structures
Jürg Conzett ist einer der derzeit renommiertesten Bauingenieure (ETH Zürich), und war mehr als zwanzig Jahre Dozent für Holzbau und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur. Zu seinem neuesten Projekt, dem Kirchturm von Sent im Unterengadin, einem virtuosen Stück Neugotik, wurde er gerufen weil die Struktur bröckelt. An diesem Beispiel schilderte er seine Herangehensweise und stellte die Frage, wann soll man mit dem Entwerfen anfangen? Möglichst spät, zunächst soll man aufnehmen und sich nicht zu früh auf eine mögliche Lösung fixieren. Anhand seines Wettbewerbbeitrags für den Lechsteg in Landsberg sprach er über die städtebauliche Einbindung von Brücken, hier die Situierung zwischen dem Mutterturm-Platz und dem Park. Seine „Dorfbrücke“ in Vals wurde als hochwassersichere Trogbrücke mit tragendem Steinmauerwerk aus heimischem Gneis neu erstellt. Mit dem „Höhenrausch“, zwei temporären hölzernen Gerüstbrücken, die die hölzernen Passagen über den Dächern der Altstadt von Linz mit Übergängen zu den Türmen der Ursulinenkirche ergänzen, kann man erstmals die barocke Ornamentik aus der Nähe betrachten. Der Ingenieurbau wird so zu einem Teil der „Massenkultur“, ähnlich wie es die frühen Alpenstraßen auch waren. Er zeigte historische und zeitgenössische Beispiele mit Gebäudecharakter, die sich gut in ortsbauliche Situationen einpassen und die Landschaft „rahmen“. Die von ihm kuratierte Ausstellung des Schweizer Beitrags zur Architekturbiennale in Venedig 2010 ist noch bis 21.08.11 im Schweizerischen Architekturmuseum Basel zu sehen. www.cbg-ing.ch / www.sam-basel.org/home/ausstellungen/aktuell.html
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Thal # 08 / 25.06.10
JUAN DOMINGO SANTOS / GRANADA / OKUPACIONES / OKKUPATION
Anläßlich der achten Veranstaltung der Vortragsreihe der galerie riedmiller mit dem architekturforum kempten in Thal, Bad Grönenbach, erzählte der spanische Architekt Juan Domingo Santos vom Erleben einer Okkupation, der ’Besetzung’ einer alten Zuckerfabrik bei Granada und zeigte dazu den Kurzfilm des Filmemachers Juan S. Bollain. Die Räume werden wiederhergestellt um sie zum Arbeiten, Wohnen und für Veranstaltungen neu zu nutzen. In deren Turm hat der Professor der ETSA Granada, der sich auch wissenschaftlich mit dem architektonischen Eingriff in bauhistorische Substanz beschäftigt, sein Büro eingerichtet. Im Sommersemester ist er Gast an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Planen und Bauen im Ländlichen Raum. Er stellte einige seiner vielfältigen Projekte vor, die Umnutzung einer alten Wassermühle, ein Stadthaus für einen Zauberer, ein Haus mit Innenhof ohne Boden bei der Alhambra. Sein Werk wurde in die Kollektion des Museum of Modern Art New York aufgenommen, in der Zeitschrift El Croquis 148 sind seine neuesten Arbeiten publiziert. Kongenial übersetzt wurde wieder von Florian Plajer, Architekt an der TU.
www.juandomingosantos.com
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Thal # 07 / 13.11.09
PROF. PETER RAACKE / BERLIN
DESIGN – EIN LEBEN LANG
Einführung und Moderation
Ursula Winkler M.A., Kempten
Volkskundlerin und Kunsthistorikerin.
Peter Raacke berichtete im Gespräch mit Ursula Winkler über Design-Geschichte, wie er sie seit den fünfziger Jahren persönlich ‚erlebt’ und als Produktgestalter teilweise mitgeschrieben hat, seine vielen Begegnungen aus verschiedenen kulturellen Bereichen, die hfg Ulm, die Gründung des Verbandes Deutscher Industrie-Designer und seine derzeitigen beruflichen Kontakte in China. Er war immer dort, wo geistige Aufbruchstimmung herrschte, als Assistent (Klasse Metallverarbeitung) an der Werkkunstschule Darmstadt zur Zeit der Darmstädter Gespräche mit Adorno Anfang der fünfziger Jahre, aber auch einer, der eher macht statt zu theoretisieren. Sein Besteck mono-a (a = alpha = der Anfang) aus dem Jahr 1959 ist noch heute ein gefragter Designklassiker. Die Aufgabe war, ein gut gestaltetes Alltagsprodukt zu kreieren, das mit möglichst wenig Materialabfall herzustellen ist. 2003 wurde er mit der Werkschau ‚50 Jahre Peter Raacke Design’ im Deutschen Technikmuseum Berlin geehrt, 2008 mit der Ausstellung ‚einfach modern’ im Bauhaus-Archiv. www.raackedesign.de / www.mono.de
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Thal # 06 / 15.06.09
MANUEL GALLEGO JORRETO / ARCHITEKT / A CORUNA, GALICIEN
EL PROYECTO, GENERADOR DEL CAMBIO
WANDEL DURCH ENTWURF
Begrüßung Architekt Jörg Heiler, Kempten
Einführung und Übersetzung des Vortrags
Dipl.Ing.univ. Florian Plajer, Technische Universität München
Prof. Dr. Arqu. Manuel Gallego Jorreto trat am Lehrstuhl als Gastkritiker für das Projekt ‚Land Zeichen’ auf, das sich mit dem Schlossberg Bad Grönenbach beschäftigte. Wie ein solches Projekt als Katalysator für seine Umgebung wirken kann, zeigte er in zahlreichen seiner galicischen Projekte. Eines dieser Projekte war die Neugestaltung des Ortszentrums auf der Insel Arousa, einem Fischerdorf, das in den achtziger Jahren eine Verbindung zum Festland erhielt. Nach seinem Studium in Madrid und Tätigkeiten in Oslo und Paris führt er sein Büro in A Coruna seit 1967. www.land.ar.tum.de / www.lehni.ch (Sponsor)
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Thal # 05 / 06.02.09
WEITERBAUEN IN DER ALTEN STADT – EIN GESPRÄCH
Alexander Wetzig, Baubürgermeister Stadt Ulm /
Kay Trint, Trint + Kreuder D.N.A., Köln-Paris /
Stephan Walter, F64 Architekten, Kempten
Begrüßung Dr. Ivo Holzinger, Oberbürgermeister Stadt Memmingen
Alexander Wetzig stellte mit der „Neuen Mitte Ulm“ eine zukunftsweisende städtebauliche Lösung vor. Kay Trint berichtete über das Projekt els – Elsbethenareal/Schrannenplatz Memmingen, Bebauung mit Geschäfts-, Dienstleistungs- und Theatergebäuden – eine neue kulturelle Mitte in der südlichen Altstadt. Stephan Walter erläuterte den Entwurf für ein Geschäftshaus in der Altstadt von Kempten, das von einer interpretativen abstrakten Darstellung der historischen Bebauung bestimmt war.
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Thal # 04 / 07.06.08
PROF. DR. ISO CAMARTIN / ZÜRICH / NEW JERSEY /
FREIHEIT ODER WILLKÜR? ARCHITEKTUR ALS PROVOKATION
Symposium mit Vortrag und nachfolgender Podiumsdiskussion mit den Architekten:
becker architekten, Michael Becker + Franz-Georg Schröck Kempten, Haus Klimczyk
Alexander Nägele, SoHo Architektur, Memmingen, Haus MuUGN
Franz Vogler, Oberstdorf, Wohnhaus Fischer.
Vorstellung der Projekte: Doris Riedmiller, Thal
„Wer gestalterische Traditionen nur nachäfft oder zum zitierfähigen Ornament degradiert, statt sie kreativ umzugestalten und weiter zu entwickeln, verdient nicht den Namen des Baumeisters. Entscheidend sind doch für Form und Materialien das Weiterdenken, das Öffnen und Weiten. Schauspiele zu konzipieren für die Seelen ihrer Auftraggeber: das ist eine bleibende Forderung für Architekten.“
Iso Camartin, in Chur geboren, war nach seiner Studien- und Assistenzzeit in den Fachbereichen Philosophie und Romanistik in München, Bologna, Regensburg, Lyon und Harvard Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH und Universität Zürich bis 1997, und danach Leiter der Kulturabteilung beim Schweizer Fernsehen DRS. Heute ist er freier Autor und Publizist, der einige renommierte Literatur- und Essaypreise erhalten hat. www.becker-architekten.net / www.soho-architektur.de / www.lc-stendal.de (Sponsor)
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Thal # 03 / 11.04.08
ARCHITEKT ETIENNE BORGOS / LONDON / BARCELONA
INTERVENTIONEN / INTERVENTIONS
Begrüßung Gerhard Pahl, Dr. Schütz Ingenieure, Kempten
Etienne Borgos präsentierte fünf Projekte, mit denen er die Herangehensweise seines Teams an die unterschiedlichen Aufgabenstellungen darstellte: Umbau eines Fabrik-Gebäudes von 1920 für die Kunstsammlung der LTB Foundation in London, sowie der historischen Art Nouveau Markthalle Mercado de Colon in Valencia, für diesen Ort erarbeitete er auch einen städtebaulichen Entwurf, die Neubauten Soho House in Los Angeles und ein Privathaus in Sotogrande. Zusätzlich zu seinem Architekturstudium an der Yale University und der AA School of Architecture London besuchte er auch die Schule für Gestaltung in Basel. In Rotis arbeitete er an einer Dokumentation über den Grafiker Otl Aicher. Er war zehn Jahre Associate und Projektleiter bei Foster + Partners, London, seit 2001 selbständig, zunächst mit Simon Dance und seit 2008 mit Nadine Pieper. www.borgospieper.com / www.lista-office.com (Sponsor)
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Thal # 02 / 26.10.07
ARCHITEKT TITUS BERNHARD / ARCHITEKTUR UND SINNE
Begrüßung Rainer Lindermayr, F64 Architekten, Kempten
Der Vortrag von Titus Bernhard war gewissermaßen eine Zeitreise, die aufzeigte, wie sich seine eigene Auseinandersetzung mit Architektur von der Klassischen Moderne als Ausgangspunkt hin zu einer eigenständigen, sinnlich orientierten, ‚phänomenologischen’ Architektur entwickelt. Er führte Beispiele aus der Kulturgeschichte an, von den komplexen Geometrien und Formen im Barock bis zur Malerei des Abstrakten Expressionismus, mit einer Gegenüberstellung von Tadao Andos Bauten aus Beton mit Eduardo Chillidas Papierarbeiten. Er stellte Projekte seines 1994 in Augsburg gegründeten Büros vor, das Haus 9x9, Haus K, Rathaus Bernried am Starnberger See und das Fußballstadion für den FC Augsburg. www.titusbernhardarchitekten.com / www.wilde-spieth.com (Sponsor)
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Thal # 01 / 27.09.07
PROF. EUGEN GOMRINGER / ARCHITEKTUR UND KONKRETE POESIE –
STRUKTUR UND INTUITION
Begrüßung Franz-Georg Schröck, becker architekten, Kempten
Eugen Gomringers Beziehung zur Architektur entstand über seine Bekanntschaft als Leiter des Schweizer Werkbunds mit Le Corbusier, Walter Gropius u.a. und seine Zusammenarbeit mit Max Bill an der hfg Ulm. In der Konkreten Poesie geht es um die Strukturbildung, die reine Grammatik des sprachlichen Kunstwerks, um die Freisetzung des Wortes und anderer Elemente. Er führte mit Bildbeispielen aus der Architektur und der Konkreten Poesie vor, wie sich auch das Haus in seiner Struktur zu einem visuellen Gedicht wandelt, nicht in seiner äußerlichen Erscheinung, sondern mehr noch in seinem Satzbau. Heidegger: „Beide, Satzbau und Dingbau, entstammen in ihrer Artung und in ihrem möglichen Wechselbezug einer gemeinsamen ursprünglichen Quelle.“ Eugen Gomringer ist 1925 in Bolivien geboren, in der Schweiz aufgewachsen, von 1978 bis 1990 Professur für Theorie der Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf, führender Vertreter der Konkreten Poesie und Sammler Konkreter Kunst. www.kunsthaus-rehau.de / www.erik-joergensen.com / www.targettipoulsen.com
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DR. MANFRED SACK, HAMBURG / DAS ALTE NEU – DAS NEUE ALT?
Vorläufer der Veranstaltungsreihe Thal # am 27.11.97 in der Stadthalle Memmingen
Begrüßung Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, Memmingen
Einführung Christa Koch, München
„In welchem Style sollen wir bauen?“ Diese Frage wurde vor mehr als 150 Jahren von Karl Friedrich Schinkel anlässlich seiner Entwürfe für die Werdersche Kirche in Berlin gestellt. Restaurierung, historisierende Rekonstruktion oder moderne Architektur – zwischen diesen Polen spannt sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten, wenn es darum geht, mit alter Bausubstanz angemessen umzugehen. Manfred Sack war seinerzeit der wohl bekannteste Architekturhistoriker und –kritiker im deutschsprachigen Raum, Redakteur der „Zeit“ von 1959 bis 1994, und Verfasser zahlreicher Bücher mit den Schwerpunkten Architektur und Städtebau, Landschaftsplanung und Design. Publikation des Vortrags in „Die alte Stadt“, Zeitschrift für Stadtgeschichte, -soziologie und Denkmalpflege. Veranstalter. Doris Riedmiller, Memminger Kulturrat mit dem Kulturamt Stadt Memmingen und der Heimatpflege Memmingen e.V.
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